Tausend Handgriffe im Tiny House



Da mein Blog jetzt lange beschädigt war und nun anscheinend endlich wieder funktioniert, will ich euch erzählen, wie es weiter ging. So habt ihr jetzt ganz viel zu lesen und zu schauen.

Die passende Duschrückwand kam, Gott sei Dank trotz Corona Schließung, nach einer Weile. Wir mussten 2 Balken oben ausschneiden, weil die Zimmerei die Decke im Bad leider um gut 2cm zu niedrig gemacht hat. Mein Freund hat das mit der Stichsäge und dem Schleifgerät gut hinbekommen. Zuerst haben wir aber oben – sozusagen aus dem Boden im Obergeschoß- die Schrauben rausgedreht, weil wir nicht genau wusste, wie weit die runter in die Balken kommen und ob wir mit der Stichsäge vielleicht rein schneiden. Das blöde war nur, dass meine Tochter schon super schön alle Schraubenlöcher oben zu gespachtelt und glatt geschliffen  hat. 

Jetzt mussten wir alles wieder rauskratzen, um die Schrauben rausdrehen zu können. Letztendlich wäre es aber gar nicht notwendig gewesen, es wäre sich ausgegangen. Aber das weiß man ja vorher nicht. Also anschließend alle Schrauben wieder rein, nochmal zu spachteln und auch nochmal schleifen. Aber Fleißaufgaben haben wir in diesem Haus sowieso sehr viel gemacht.




Der nächste Schritt war die Zwischenwand zwischen Bad und Abstellraum. Ich habe sie zuerst mit OSB Platten gemacht, bei denen ich wieder alle Stöße abgeklebt habe. Darauf montierte ich dann die Wandpaneele.




Wir haben dann die Duschkabine an ihrem Platz zusammengebaut. Das war gar nicht so einfach, da man ja so nicht hinter die Kabine kam. Ich habe dazu ein Loch in der Zwischenwand gelassen, wo man hinter die Duschkabine steigen konnte. Dort konnte später dann der Installateur Wasser und Abwasserleitungen anschließen und ich auch noch dahinter kraxeln um sie fein säuberlich zu silikonieren. Das machte ich außen und innen bei alle Schrauben, Kanten und Spalten der Duschkabine, damit ja nirgendwo Wasser raus konnte. Da hinten darf man keine Klaustrophobie haben.


Mein Freund half mir die Arbeitsplatte in der Küche zurechtzuschneiden, so haben wir auch Ceranfeld und Spüle, sowie Wasserhahn eingebaut und der Installateur schloss diese, sowie Geschirrspüler und Waschbecken im Bad an. Den Waschbeckenschrank, mit dem goldenen Aufsetzwaschbecken und dem tollen Wasserhahn, hatte ich bereits vor einem knappen Jahr aus ausgewählten Teilen selbst zusammengebaut. Endlich konnte ich ihn nutzen. Zuerst musste ich ihn aber noch ordentlich zurecht schneiden, damit die Wasserleitungen dahinter vorbei und auch hinein laufen konnten.





Ein Spiegelschrank mit Led Beleuchtung kam im Bad noch dazu, den dann der Elektriker anschloss. Er kam nach langer Wartezeit endlich und hat auf mehreren Etappen die Steckdosen montiert und die Geräte angeschlossen. Jetzt funktionierte auch der Warmwasserboiler, der Untertischboiler in der Küche, der Kühlschrank, Geschirrspüler, Dunstabzug und Herd. Naja teilweise, das Backrohr geht nicht. Aber das wäre ja zu schön gewesen.


Die beiden Infrarotpaneele hat der Elektriker auch montiert.


Nachdem die Kabel endlich fertig verlegt waren, konnte ich sie verbauen und verstecken. Da ja so gut wie alles Aufputz verlegt ist, war das schon eine Herausforderung.




Ich habe dann sämtliche Kanten und Ecken mit Seilen kaschiert. Das war richtig viel Arbeit. Ich habe sie mit Montagekleber festgeklebt und teilweise auch mit Nägel zusätzlich fixiert. Aber ich finde, es kann sich sehen lassen.



Am Boden habe ich teilweise auch Sesselleisten montiert.


Ein Küchenschrank machte mir einen Strich durch die Rechnung, ich stand mit einer Lade beim Griff einer Tür an- also Griff abmontiert und nach der Idee meiner Tochter ein Loch für den Finger reingemacht. An sowas denkt man vorher nicht. Beim Wasserhahn in der Küche hab ich daran gedacht, darauf zu achten, dass wir ihn so platzieren, dass das Küchenfenster noch auf geht.

Als die Dusche fertig war, habe ich das Loch in der Zwischenwand geschlossen. Man kann dieses Teil aber rausnehmen und so kommt man jederzeit hinter die Dusche.

Die Waschmaschine habe ich in Waage aufgestellt und angeschlossen. Da ich das Wasser leider nicht entleert habe, als wir sie monatelang unter stellten, bedurfte es einer gewaltigen Grundreinigung. Ich dachte schon, ich muss mir eine neue kaufen, oder einen Exorzisten holen. Sie hat sehr unheilig gerochen.

Neben den Falttüren habe ich die Wandteile mit Wandpaneelen geschlossen und zusätzlich mit Holzleisten die Kanten kaschiert. Danach habe ich die Treppe, oder eher Leiter, zu dem Bereich meiner Tochter gemacht- sie wurde doch ziemlich steil. Aber nachdem ich sie nachgebessert und einen schönen Boots-Holzgriff montiert habe, ist sie super zu begehen.





Die Trittfläche habe ich ebenfalls mit dem Vinylboden beklebt und den Rest weiß bzw. in Teak gestrichen, sodass alles zusammen passt.

Bei meiner Tochter haben wir Regalbretter montiert, die sie selber weiß gestrichen hat. Wir haben passende Plastikboxen gefunden, die genau darauf passen und in die sie ihre Sachen schön sortieren kann… irgendwann… wenn ich es schaffe, dass sie es macht.


Ich habe sehr lange nach passenden Vorhängen gesucht. Ich stellte mir ganz leicht Geblümte vor. Das kann man vergessen. Die Geblümten haben so einen Haufen Blumen drauf, dass man schon wieder Augenkrebs davon bekommt. Somit habe ich mich hauptsächlich für rein Cremefarbene entschieden.

In der Küche sind welche mit Blumen und June hat welche in rosa und ich in violett, die beide verdunkeln. Ich habe alle selber genäht. Teilweise nicht nur einmal, das muss ich zugeben. Dazu habe ich die Karniesen und Vorhangstangen montiert und teilweise verkleidet. Den Vorhang vom Dachfenster befestige ich nachts mit einem Klettband. Auf dem fixen Klettteil rund um das Fenster, kann man auch super ein Insektenschutznetz befestigen.

Im Abstellraum habe ich zwei Kleiderstangen montiert, da kann ich nun alle Kleidungsstücke aufhängen, die ich nicht zusammenfalten mag oder kann. Somit sind auch der Sicherungskasten und der Warmwasserboiler verschwunden. Muss ich doch mal in den Sicherungskasten, brauch ich die Kleidung nur auf die andere Seite schieben.

Ein Regal mit den selbstgemachten Schachteln für die gefalteten Kleidungsstücke und noch anderes mehr, habe ich auch aufgebaut und an der Wand mit Vorhangstangenhaltern befestigt. Daneben hängt ein Schrank, wo meine selbst gemachten Figuren sicher verstaut sind. Wenn ich da mal rein muss, schiebe ich einfach das Regal weg. Das wird aber maximal einmal im Jahr der Fall sein.

Rechts habe ich so tolle Organisationsteile für meinen Schmuck aufgehängt, und auch ein paar Bretter für ein paar Schuhe montiert. Die täglich Benutzten stehen dort auf Abtropftassen, und die, die man selten braucht, sind im Gartenhaus. Garderobenhaken für die Jacken des täglichen Gebrauchs sind auch rechts. Hinter der OSB Platte mit der Wasseruhr (rechts unten) verstaue ich Küchenrolle, Klopapier und Staubsauger.


Eine tolle Ventilatorlampe, die mit einer Fernbedienung funktioniert, sorgt für Licht und Luftwechseln. Sie passt genau zwischen die Infrarotpaneele und ist unglaublich leise.


Bei meiner Tochter habe ich noch aus stabilen Holzleisten ein Geländer gemacht, damit sie oder ihr Zeug nicht einfach runterfallen können.


Sie bekam außerdem einen Teppich und eine Schlafcouch, aus der sie ein gemütliches Bett machen kann. Die Gleiche steht auch unten und bietet uns einen tollen Platz, um abends, oder an einem verregneten Sonntag rumzulungern und auf dem Laptop einen Film zu schauen. Man kann sie ausklappen und hat auch zu Zweit locker Platz.


Unter meine 140cm breite Matratze habe ich mir einen Lattenrost gemacht, damit sie unterhalb einige cm Platz zum Belüften hat. Ein Teppich macht meinen Schlafbereich super gemütlich. Eine weiß lasierte Holzkiste dient als Nachtkästchen und auf meine Nachttischlampe habe ich getrocknete, gepresste Blumen geklebt. Auch die Küchenschränke habe ich mit Blumen in Serviettentechnik verschönert.






Bereits vor einem Jahr habe ich einen Klapptisch selber gemacht, an dem locker 4 bis 6 Personen sitzen können. Unterhalb finden 4 Stühle, sowie 4 Polster, Platzsets, Laptop usw. Platz. Er hat Rollen und lässt sich leicht wie gewünscht platzieren. Ich habe ihn auch in Weiß und Teak gestrichen.






Auch meine selbstgemachte Wäscheständerkreation kommt langsam zum Einsatz. Der Wäscheständer lässt sich mit Kettchen in der Breite variieren und hat auch in der Duschkabine Platz, wenn er im Wohnraum im Weg stehen sollte. Ich kann ihn ganz schmal zusammen klappen und neben die Duschkabine schieben.



Der Bagger war auch nochmal da um den Humus zu verteilen, noch Erde aufzuschütten, ich bat ihn gleich einen Teich ansatzweise auszuheben und den Stellplatz für die Autos bzw. rund um Gartenhaus und noch ein wenig beim Tiny mit Steinen anzuschütten. Zuerst musste ich noch jemanden finden, der schwindelfrei war und mir half, das Gerüst abzubauen.

Hier sieht man noch die Erdhaufen. Mein Freund fotografiert hier den tollen Regenbogen, den man ganz oben am ersten Bild sieht.

Für den Antrag auf Baubewilligung brauchte ich noch einen Feuerlöscher. Der steht jetzt leicht zugänglich gleich im Abstellraum. Die Rechnung für die Bauabgabe kam die Tage von der Gemeinde und die macht auch nochmal einen schönen Patzen aus. Ich habe schon Angst vor der Baubesichtigung. Ich hoffe, es geht alles gut und wir dürfen offiziell so richtig hier wohnen.

 

 


Kommentare

  1. Hut ab liebe Anja. Das ist ein großartiges Projekt das du da gemeinsam mit deiner Tochter und deinem Freund durchgezogen hast - top.
    Was ich so aus deinem Blog rauslese hat dir deine Kreativität (Klapptisch, Stauraum, Strick zum kaschieren, Serviettentechnik) mächtig geholfen dein Tiny Haus so zu richtig funktionell und gemütlich zu gestalten.
    Reichlich Platz in deinem Haus, einen Garten - bestimmt auch bald für Vögel -, saisonale Deko, eine Terrasse und einen Teich, puhhh das haben viele die weit mehr Platz haben nicht.
    GRATULATION für dein Vorzeigeprojekt und gutes Gelingen für die Baubesichtigung.

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