Eine Hütte in der man lacht, ist besser, als ein Palast in dem man weint.
Da saß ich nun, mein Kopf rauschte und die Gedanken
überschlugen sich.
Endlich sah ich Licht, einen Ausweg aus meiner tiefen
Unzufriedenheit.
Als Erstes musste ich natürlich mal in die Materie
einsteigen, also hieß es recherchieren. Stunden über Stunden sah ich mir auf
Youtube Videos zum Thema Tiny House an und ich las ganz viel im Internet nach.
Ich besorgte mir Bücher und suchte Gleichgesinnte bei Facebook, um mich mit
ihnen auszutauschen und mir Meinungen und Tipps zu holen.
Welche Arten von Tiny Häuser gab es? Aus welchen
Materialien? Einen ausgedienten Container umbauen, oder doch lieber aus Holz
bauen? Auf Rädern oder fest verankert? Welche Raumaufteilungen? Wenn man das so
nennen kann, bei einem oder zwei kleinen Räumen.
Sollte ich es dann selber ausbauen oder schlüsselfertig
kaufen?
Mir war schnell klar, dass ich es unbedingt aus Holz und
ohne Räder haben wollte. Ich liebe Holz, es ist warm und irgendwie lebendig.
Räder waren keine Option, da ich ja wieder einen schönen
Garten haben wollte, also war klar, dass ich nicht gleich wieder umziehe.
Dann ging es darum, wie ich da am besten mit meiner 11
jährigen Tochter zusammen wohne und jeder von uns auch seinen eigenen Platz
bzw. Rückzugsort hat.
Da stieß ich auf ein Video, wo ein tolles Tiny House in
Australien vorgestellt wurde. Wunderschön hell und mit einer super Aufteilung.
Einen Schlafbereich ober der Küche und einem auf der anderen
Seite über Bad und Abstellraum. Ideal für meine Tochter und mich. Ich sah uns
auf der Stelle darin wohnen. Genau so wollte ich das. Somit war auch klar, dass
ein Fertighaus oder Modulhaus, wie es immer mehr anbieten, nicht in frage kam.
Keiner von denen würde es mir genau so bauen, wie ich es nun in meinem Kopf
hatte und wie ich es mir aber unbedingt einbildete.
So führte mich mein nächster Weg zu Zimmereien, die ich um
Angebote für den Holzriegelbau bat. Das Erstaunen war groß, und die
Ungläubigkeit noch größer. Keiner konnte sich vorstellen, wie man auf 2,5m x 7,5m alles zum Leben unterbringt, das
war aber das Maß, dass ich mir aussuchte.
Ich orientierte mich an dem Haus, das ich eben gesehen hatte
und in dem ich seit diesem Zeitpunkt bereits im Gedanken lebte. Ich zeichnete
eine genaue Skizze, maßstabsgetreu, damit ich klar zeigen konnte, wie ich es
haben wollte.
Ich hatte auch nette Tiny House Anbieter gefunden, aber
leider waren mir die Preise zu hoch. Es gibt schon sehr viele Extras, die man
einbauen kann, die aber auch viel Geld kosten. Das lag aber nicht in meinem
Budget und ich wollte es auch nicht. Ich wollte so wenig fremde Finanzierung
benötigen, wie möglich. Da wir ja unser Haus verkaufen würden, hatte ich einen
großen Teil der benötigten Summe in Aussicht, aber darüber hinaus, wollte ich
mich so gering wie möglich verschulden.
In einigen Bereichen war sofort klar, dass ich dieses oder
jenes für mein Wohlbefinden brauche, aber ich konnte auch schnell Abstriche
machen. Ich freute mich sogar richtig darauf.
Umso mehr ich las und mich erkundigte, umso mehr wurde mir
klar, dass die Möglichkeiten beinahe unendlich sind. Wenn man sich nur einmal
damit befasst, welche Dämmmaterialien es gibt, hat man schon sehr viele Stunden
oder gar Tage zu tun. Ich wollte es eigentlich so ökologisch wie nur möglich.
Hanf, Flachs, Schafwolle, Holzfasern, alles wirkte auf den ersten Blick toll.
Aber dann las ich wieder Erfahrungsberichte über durchschimmelte Wände, oder
Tiere, die sich einnisteten. Wieder wo stand, dass deshalb z.B. die Schafwolle
mit giftigen Mitteln behandelt wird. Oh nein, das brauche ich auch nicht. Ein
Tiny House Besitzer hatte es mit Holzfasern probiert und musste nach kurzer
Zeit alles wieder raus schmeissen, weil die ganze Dämmung vom Schimmel schwarz
war.
Ich sprach mit Fachleuten und alle durch die Bank rieten mir
zu Mineralwolle. Ich habe lange überlegt, aber ich habe mich dann doch dafür
entschieden. Nagelt mich bitte nicht an meine Aussagen hier fest. Ich möchte
ausdrücklich dazu sagen, dass ich ein absoluter Neuling bin, wie wohl die
allermeisten, die zum ersten Mal ein Haus bauen. Irgendwie muss man sich doch
schlau machen, das heißt noch lange nicht, dass alles stimmt, was man so liest
oder gesagt bekommt, aber wie soll man das denn wissen? Es gibt so viele
Meinungen, wie Dämmmaterialien.
Ich habe auch eine furchtbare Angst entwickelt, dass mir die
Wände feucht werden. Die einen erklären einem, wie man alles von außen und
innen abdichtet, damit ja nirgendwo Feuchtigkeit in die Wände kommt. Man sollte
Kältebrücken so gut es geht vermeiden. Die anderen sagen wieder, dass die
ganzen Schimmelprobleme nur dadurch kommen, weil viel zu dicht gebaut wird, und
die Wände nicht mehr atmen können. Also was macht man nun? Alles abdichten und
abkleben, oder doch lieber nicht?
Mein Hausverstand sagt mir, dass wir da drinnen auf sehr
kleinem Raum, duschen, kochen, leben. Es wird sehr viel Luftfeuchtigkeit
entstehen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das auf Dauer gut ist. Irgendwo
geht die ja hin. Und wenn es dann draußen auch noch kalt ist, kann ich mir halt
gut vorstellen, dass sich die Feuchtigkeit in der Mitte, also in den Wänden
bzw. der Decke sammeln wird. Vielleicht liege ich falsch, aber ich will es
nicht ausprobieren. Deshalb habe ich mich entschieden, so gut wie möglich
abzudichten.
Vollholzwände wären natürlich meine erste Wahl gewesen, aber
es war erstens schwer, einen Anbieter zu finden, und zweitens war es mir leider
doch zu teuer.
Was sollte also an die Wände? Ich wollte innen keine
Gipsplatten, sondern einen Holzflair, genauso wie außen. Da musste ich nicht
lange überlegen. Auch wenn man Holz pflegen muss, aber ich sagte ja schon: ich
liebe Holz.
Innen habe ich bei diesem Thema teilweise schon Abstriche
gemacht, aber davon erzähle ich euch später.
Das Dach wollte ich nicht mit Blech decken, da ich direkt
darunter mein Bett habe, und ich vielleicht bei Regen dann nicht mehr schlafen
kann. Also habe ich mich für Villas Schindeln, also Bitumen Dachpappe
entschieden. Ich hoffe, dass das besser ist. Auf alle Fälle gefällt es mir auch
viel besser. Es wirkt auch schön zart auf diesem kleinen Häuschen.
So hatte ich dann doch schon ein ziemlich klares Bild vom
groben Aufbau meines Minihäuschens im Kopf.
Die beiden Zimmereien, die in der engeren Wahl lagen, sagten zu mir, ich solle mir erst einmal ein Grundstück suchen, danach würden wir weiter reden. Und den Ernst gepaart mit einem belächelndem Unterton in ihrer Aussage wusste ich noch nicht einzuordnen. Ich sollte ihn aber bald verstehen. Ich ging auf Grundstücksuche. Aber davon erzähle ich euch dann in meinem nächsten Eintrag.
Die beiden Zimmereien, die in der engeren Wahl lagen, sagten zu mir, ich solle mir erst einmal ein Grundstück suchen, danach würden wir weiter reden. Und den Ernst gepaart mit einem belächelndem Unterton in ihrer Aussage wusste ich noch nicht einzuordnen. Ich sollte ihn aber bald verstehen. Ich ging auf Grundstücksuche. Aber davon erzähle ich euch dann in meinem nächsten Eintrag.


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