Dämmungen und Katastrophen im Tiny House




Wie ging es nun weiter… Die Dämmung war verbaut, die Dampfbremse an der Decke angebracht und verklebt. Als nächstes kamen die Wände dran. Ich habe mich für OSB Platten entschieden, da sie gleichzeitig als Dampfbremse fungieren. Sie sind in Nut und Federform und somit steckt man sie fest zusammen und schraubt sie an den Wandbalken fest. Es war eine ganz schöne Spielerei, da ich doch, durch die Zwischenwände, einige Hürden zu überwinden hatte. Ich musste sie dahinter vorbeischieben und die Zimmerei hat leider teilweise den Spalt zu schmal gemacht. Wir mussten mit der Motorsäge nachbessern. Das war eine Herausforderung, da man ja nicht wirklich gut dazu kam. Wir haben es aber geschafft und danach auch die Stöße der OSB Platten abgeklebt.
Ich habe sie alle alleine zugeschnitten und verbaut und die sind nicht leicht. Über die Stehleiter ganz rauf zu hieven war mittelwitzig. Vor allem sind die wirklich bösartig! Das sind ja verklebte Holzspäne, die unbedingt unter die Haut wollen. Und trotz guter Handschuhe schaffen sie das auch. Ich hatte abends immer damit zu tun, die irgendwie aus meinen Händen wieder raus zubekommen. Ich glaub ja, dass OSB Platten mit der Steinwolle eng verwandt sind, so rein von der Boshaftigkeit her.






Nachdem ich alle Wände geschlossen habe, ging es mit den Fensterrahmen weiter. Achja, ich klebte vor den OSB Platten innen Styroporplatten in verschiedene Ausführungen und Stärken rund um die Fenster. Ich dichtete sie auch mit Silikon ab. Nach den OSB Platten kamen zugeschnittene Holzbretter auf die Fensterrahmen, die wurden festgeschraubt und die Schrauben und Übergänge mit Acryl zugeschmiert. Danach habe ich die unteren Bretter braun und die anderen weiß lasiert.
Ich habe 7 Fenster, eine Eingangstür und ein Dachfenster, also einiges zu tun. Allein das Dachfenster hatte mich herausgefordert. Ich hatte keinen fertigen Rahmen und musste selber einen austüfteln. Ich hatte sowas ja auch noch nie gemacht.




Als ich also so beim Streichen bin, und mich meines Lebens freue, sehe ich etwas Wasser unterm Küchenfenster. „Hm, wo kommt das denn her?“ Ich sah mich genau um und entdeckte, dass es bei einem Stoß zwischen 2 OSB Platten richtig raustropfte. Oh nein!



Es konnte nur von außen kommen. Ich ging sofort nachsehen und bemerkte, dass vom noch immer ungedeckten Dach, der Schnee schmolz und das Wasser der Hauswand entlang runter lief. Genau über mein Küchenfenster und auf diese dämliche Schiene, die anscheinend für die Fensterbank sein muss. Diese Schiene hat hinten eine kleine Rille. Über diese teuflische Rille lief das Wasser direkt hinter das Klebeband, das eigentlich abdichten sollte. Genau dort hinter dem Klebeband hat es sich dann gesammelt und weil es nicht wusste wohin, kam es dort ins Haus und in meine Wand. Mir wurde schlecht. Ich ging rein und sah mir meine OSB Wand an. Das waren Nut und Feder Platten. Und wo lief das Wasser rein? Genau! Unten bei der allerersten Platte! Was bedeutet das? Genau! Von oben alle Platten wieder runter! Ich hatte da auch schon abgeklebt, nur Gott sei Dank an der Stelle, wo das Wasser reinkam noch nicht, sonst hätte ich das vielleicht gar nicht gemerkt und das Wasser wäre in der Wand und in der Dämmung geblieben. Ich musste also alle Klebebänder wieder abmachen und irgendwie die schweren Platten wieder auseinander bringen. Sie stecken aber wirklich fest zusammen. Außerdem musste ich den fertigen Küchen-Fensterrahmen dort auch wieder runter reißen, da ich sonst die OSB Platten nicht auseinander schieben hätte können. Ich habe dran rumgerissen und vor lauter Verzweiflung dabei geheult wie ein Schlosshund. Das war ein wirklich reinigender Nervenzusammenbruch, musste ja eh dringend mal sein.
Als ich endlich alles zerlegt hatte, sah ich, dass die Dämmung trocken war und es wirklich genau da unter dem Fenster nur zwischen den OSB Platten rauslief. Der Schaden war Gott sei Dank nicht groß und früh genug bemerkt. Mein Freund kam mir zu Hilfe und wir zogen bei allen Fenstern unten das Klebeband ab und hingen erstmal Müllsäcke davor. Als nach vielen Tagen alles sicher trocken war, schmierten wir bei den Fenstern außen alle Rillen und unteren Ecken mit einem Fix & All zu- so einer Art Silikon. 



Und als das dann fest und trocken war, hab ich es nochmal zusätzlich ordentlich abgeklebt. Also wenn da jetzt noch irgendwo Wasser rein kommt, dann fresse ich einen Besen samt Stiel und Kehrschaufel. Außerdem hat der Dachdecker deswegen endlich wenigstens die Unterspannbahn auch auf dieser Dachseite angebracht und das Tauwasser lief ab da in die Dachrinne und nicht mehr an der Hauswand runter.
Ich wartete innen einige Tage, bis alles wieder ganz trocken war. Wir haben auch ein Trocknungsgerät ausgeliehen und aufgestellt. Ich konnte dann die Wand wieder schließen und den Fensterrahmen neu machen. So nach 2 Wochen gleicher Stand wie vorher.

Wenn du mal wieder das Gefühl hast, es geht nicht vorwärts, dann schau doch mal zurück, was du schon geschafft hast.





Der Installateur machte die Abwasserleitungen, die dann in meinem Boden verlaufen würden. Wir entschieden uns für eine Begleitheizung, ich hatte sowieso schon eine für meine Wasserleitung. Da die Abwasserleitungen ja mehr oder weniger unter meiner Bodendämmung liefen, wollten wir da kein Risiko eingehen. Das war dann eine ziemliche Spielerei mit den Styroporplatten, die ich als Bodendämmung nahm. 20cm stark, also 4 Platten mit je 5cm übereinander, anders hab ich sie nicht bekommen. Man kann ja dann nicht alle einfach gleich übereinander legen, weil sonst Spalten und Kältebrücken entstehen, drum musste ich sie immer überlappen lassen. Überall bei den Stehern ausschneiden und auch die Abwasserleitungen ordentlich verschwinden lassen. Ich habe diese mit Mineralwolle zusätzlich rundherum gedämmt. Da hatte ich schon eine Weile zutun.
Anschließend verlegten wir zuerst eine Dampfbremse, die wurde auch wieder ordentlich verklebt. Danach kamen Estrichplatten drauf. Da hat mir mein Freund super geholfen, denn die sind ganz schön schwer. Die haben auch wieder so Stufen, wo man sie übereinanderlegt, verklebt und verschraubt. Das Zurechtschneiden hat gestaubt! Wir sahen aus wie Schichtarbeiter in einer Drogenhöhle.


Und der Tipp, dass man die Estrichplatten eh nur mit einem Messer anritzen und dann dort brechen kann, funktioniert gar nicht. Die bricht, wo sie will und nicht, wo sie soll. Wir hatten zuerst mit einer Flex, mit einer passenden Trennscheibe geschnitten und dann nur noch mit einer alten Hubstichsäge, das hat am besten funktioniert.











Achja, während des Styropor Verlegens kam auch mal der Elektriker und hat den Sicherungskasten eingebaut. Oh mann, mit so einem riesigen Kasten hatte ich nicht gerechnet und er verbraucht mir auch viel zu viel Platz. Aber anscheinend hat man da nicht wirklich eine Wahl. Ich hatte halt keine. Ich habe schon überlegt, wozu ich ihn noch nutzen könnte. Klopapier drin lagern? Nitroverdünnung und Aceton vielleicht? Das hat mein Freund, der Scherzbold vorgeschlagen.


Langsam sah es schon nach Fortschritt aus.
Nächsten Montag in meinem nächsten Post wird’s dann schon wohnlicher.


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